Liebe Hunde- und Katzenbesitzer,

hier ist er nun also. Mein erster Blog – Artikel. Das ist wahrscheinlich ein ganz guter Anlass, um uns besser kennenzulernen. Immerhin haben wir bereits etwas, das uns verbindet: unsere Liebe zu unseren Tieren.

Ich selbst teile mein Leben mit Romi.

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Geboren wurde sie auf der griechischen Insel Rhodos. Lange Zeit engagierte ich mich hier im Tierschutz und ermöglichte zahlreichen Pflegehunden den Weg in ein schönes Leben. Von Romi konnte ich mich nicht mehr trennen. Recht spontan gab ich damals, im Frühjahr 2015, die Zusage, sie vorübergehend bei mir aufzunehmen. Heute kann ich zugeben: Schon als ich sie vom Flughafen abholte und sie sich auf der Heimfahrt auf meinen Schoß legte, als würde sie dorthin gehören, war ich verliebt.

Doch leider kam sie nicht allein. Begleitet wurde sie von gefährlichen Bakterien, den Ehrlichien, die bereits in ihrem Körper wüteten. Die Ehrlichiose ist eine der sogenannten Mittelmeer – Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden. Befallen werden vor allem die weißen Blutzellen, viele verschiedene Symptome können beobachtet werden. Romi hatte häufig Verdauungsprobleme. Sie erbrach sich und hatte ständig Durchfall. Außerdem war sie schwach, schlief sehr viel und hatte Probleme damit, auch kurze Spaziergänge durchzuhalten. Jede der ersten Nächte verbrachte ich mit ihr auf einer Matratze auf dem Fußboden schlafend – nahe an der Terrassentür, um sie bei Bedarf schnell nach draußen lassen zu können. Kaputt rollte sie sich danach immer auf meinem Kopfkissen zusammen und ich hatte dabei wahrscheinlich schon so etwas wie Muttergefühle wink

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Ich fackelte natürlich nicht lange und ließ sehr bald einen Bluttest auf die üblichen Mittelmeer – Krankheiten einleiten. Eine Woche lang wartete ich bang auf das Ergebnis und musste zusehen, wie es meinem „Baby“ (das war ihr vorläufiger Name) zusehends schlechter ging.

Schlussendlich stand dann aber fest, dass die Ehrlichien Schuld an ihrem Leiden trugen. Diese sind zum Glück einfach zu behandeln. Romi musste für einige Wochen ein spezielles Antibiotikum zu sich nehmen. Bereits nach einem Tag ging es ihr entschieden besser – sie war ehrlich gesagt nicht mehr wieder zu erkennen.

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Es zeigte sich stetig deutlicher, dass ein Wildfang mit ausgesprochener Schäferhund – Genetik in ihr steckt cheeky Martin Rütter (der bekannte Hundetrainer aus dem Fernsehen wink) nennt Hunde dieser Rasse ganz liebevoll die „Parkpolizei“ und genau diesem Ruf machte mein Miniatur – Schäfi (zarte 18 Kilo) nun alle Ehre. Sie begann das Lauern, das Starren, das Schleichen, das Hetzen und natürlich das Hüten. Ich musste lernen, dass diese Rasse bei vielen Menschen einen schlechten Ruf hat und nicht jeder entspannt auf uns reagierte. Häufig war ich versucht, das typische „Die will nur spielen!“ (was der Fall war) zu rufen, entschied mich dann aber in der Regel doch, größeren Diskussionen aus dem Weg zu gehen.

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Ich kann natürlich nicht leugnen, dass ich ab und zu frustriert war. So stark ihr Trieb war, andere Hunde zu kontrollieren, so groß waren nämlich auch einige ihrer Ängste, die sich nach und nach offenbarten. Besonders fremden Männern traute sie nicht über den Weg. Standen diese überraschenderweise einmal vor ihr und wagten es dann tatsächlich noch, sie anzusprechen, so war ein hysterischer Anfall vorprogrammiert. Sie hüpfte dann im Kreis um sie herum und pöbelte, brummelte, motzte. Auch hier hätte ich gerne mit einem „Die tut nix!“ (was der Wahrheit entsprach) beschwichtigt, zog es dann aber doch meist vor, mich ehrlich zu entschuldigen und mit meinem Angsthasen das Weite zu suchen.

Romi kostete mich anfangs viele Nerven. Aber jede blöde Situation machte sie durch ihre Liebe und Loyalität tausendfach wieder gut. Deshalb war für mich die Tatsache viel belastender, dass sie nur als Pflegehund zu mir gekommen war. Jetzt war sie gesund und gerade noch jugendlich genug, um potentiellen Besitzern den Kopf zu verdrehen. Aber wer sollte gut genug für sie sein? Im Kopf malte ich mir Horrorszenarien aus. Ich sah Bilder von dunklen Hundesportplätzen, auf denen geschrien und geprügelt wurde. Ich sah mein kleines Sensibelchen in sich zusammengesunken und verstört auf dem Boden kauern. Der Gedanke, sie herzugeben, war grauenhaft. Dieses kleine, freche, nervige, liebevolle, grobmotorische, grandiose Hundemädchen hatte sich in mein Herz geschlichen und ich konnte es einfach nicht mehr herauslassen. Wir waren schon jetzt ein Team und wurden mit der Zeit immer besser.

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Die Vorstellung, sie in ein anderes Leben zu entlassen als das meine schmerzte mich unheimlich. Also blieb sie. Für immer.

Ich kann mit Sicherheit mit Worten nicht beschreiben, wie gut es mir tut, dass sie bei mir ist und wie froh ich bin, dass ich sie bei mir behalten habe. Jeden Tag hoffe ich, dass ich ihr einen Teil des Glücks zurück geben kann, das sie in mein Leben gebracht hat.

Das ist meine ganz persönliche Geschichte über die Liebe zu meiner Romi.

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Haben Sie auch eine zu erzählen? Dann freue ich mich sehr über spannende, rührende und glückliche Kommentare.

Ihre Lisa Walther